Sehr oft rühren unsere Ängste von Mythen her, die über die Anästhesie bei Tieren kursieren. Wir sollten uns mit ihnen vertraut machen.
Tiere empfinden während der Narkose Schmerzen
Dies ist absolut unwahr. Der Narkosearzt verwendet starke Medikamente, die intravenös verabreicht werden. Diese haben eine schmerzlindernde Wirkung. Darüber hinaus sind auch lokale Betäubungsmittel sehr verbreitet. Diese werden bei schmerzhaften Eingriffen am Bauch oder an den Hinterbeinen eingesetzt.
Jedes Tier wird auf die gleiche Weise betäubt.
Das ist natürlich völliger Unsinn. Die Anästhesie von Tieren ist ein individuelles Verfahren. Für einen geriatrischen Patienten wird ein anderes Narkosemittel verwendet, für einen pädiatrischen Patienten ein ganz anderes. Medikamente, die bei Herzpatienten gut wirken, stellen für neurologisch behandelte Gürtel ernsthafte Risiken dar.
Die Wahl des Narkosemittels wird jedes Mal vom Anästhesisten getroffen, der sich dabei an den Krankheiten des einzelnen Tieres, seinem Alter, den eingenommenen Medikamenten sowie den aktuellen Herz- und Blutuntersuchungen orientiert.
Kranke und alte Tiere können nicht narkotisiert werden
Sehr oft haben Besitzer von älteren Tieren Bedenken wegen der Narkose. Es sei daran erinnert, dass der Anästhesist immer in der Lage ist, ein geeignetes Narkoseschema auszuwählen, selbst bei einem geriatrischen Patienten mit mehreren Krankheiten. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass bei alten Tieren eine umfangreichere Diagnostik erforderlich ist. Es müssen mehr zusätzliche Tests durchgeführt werden.
Nach der Operation sollte das Tier Futter und Wasser erhalten.
Dies ist absolut untersagt. Sobald der Patient aufgewacht ist, darf ihm kein Futter gegeben werden. Der Grund dafür ist die Gefahr des Verschluckens, da die Muskeln der Speiseröhre nach der Narkose noch schlaff sind. Veterinärmediziner empfehlen, den Patienten auch am nächsten Tag hungern zu lassen.
Das Verhalten des Tieres wird sich nach der Narkose langfristig verändern
Dies ist ein absoluter Mythos. Es ist erwähnenswert, dass Narkosemedikamente keine dauerhafte Wirkung auf Tiere und ihr Verhalten haben. Die Tiere werden nicht aggressiv, ängstlich oder unsozial. Die Lethargie verschwindet vollständig, sobald die Narkosemittel vom Körper verstoffwechselt und ausgeschieden werden.
Bevor Sie sich vor dem bevorstehenden Eingriff bei Ihrem Haustier ängstigen, sollten Sie sich mit den oben genannten Mythen vertraut machen. Die Anästhesie in der Tierarztpraxis ist in der Tat sicher.